Freitag, 25. November 2011

Vulkan Pichincha

Der "Hausberg" von Quito ist der aktive Vulkan Pichincha, der mit seinen zwei Gipfeln (4.690 und 4.794 Meter) die Stadt ueberragt. Mit der Seilbahn Teleferico kann man, wie auch in Bogota, bequem von der Stadt auf den Berg fahren; in diesem Fall bis auf 4.100 Meter. Das machen wir heute.

Olla vorm Eingang des Vergnuegungsparks

Achterbahn muss warten - der Berg ruft!
Mit dem Taxi geht es zur Talstation. Bei der Talstation befinden sich auch ein Vergnuegungspark mit Achterbahn usw., sowie andere, teils noch nicht fertiggestellte Touri-Attraktionen. Fuer die Fahrt auf den Berg und retour zahlen wir ca. 8,50 pro Person - und wundern uns, dass wir an der wartenden Schlange vorbeigeleitet und direkt in die naechste Gondel gesetzt werden. Spaeter erfahren wir, dass man uns das doppelt so teure "Express-Ticket" angedreht hat. Mist! So lang war die Schlange nun auch wieder nicht.

bitte einsteigen!
An der Bergstation angekommen, marschieren wir sofort los. Schon nach den ersten Metern allerdings reduzieren wir unser Tempo massiv, denn die Hoehe macht sich bemerkbar. Die Muskeln spielen mit, aber wir haben das Gefuehl, dass die Atmung nicht mithaelt und muessen ordentlich nach Luft schnappen. Mit der Zeit gewoehnen wir uns aber daran und passen unser Tempo entsprechend an. Der Pfad zum "kleinen" Gipfel verlaeuft stetig ueber die Flanke des Berges, unser Ziel, den Gipfel koennen wir die ganze Zeit ueber sehen und die Entfernung abschaetzen.

ein super Blick ueber Quito...

...hier von 4.100 Metern!

da hinten solls raufgehen

Firma Speckmann aus Oldenburg war vor uns da

Suchbild fuer Sonja

zum Gipfel - mit Zoom nahe dran


Leider spielt das Wetter nicht ganz mit. Wie auch schon in den vergangenen Tagen zieht es gegen fruehen Nachmittag zu. Nebel umhuellt den Gipfel und wir fragen uns, wie lange wir noch weitermarschieren koennen und ob wir den Gipfel heute noch erreichen koennen.

es zieht sich zu

Nebel kriecht ueber die Haenge

schnell was Warmes anziehen

es wird immer steiler
Schliesslich erreichen wir die ersten schroffen Felsen in der Gipfelregion. Der bisher schon stellenweise enorme Anstieg nimmt jetzt noch zu und der Verlauf unseres Pfades goennt uns keine ebenen Verschnaufabschnitte mehr, denn wir nahmen an einer Abzweigung den linken, kuerzeren Pfad zum Gipfel. Mittlerweile verliert sich die ueberwiegend aus Graesern bestehende Vegetation und macht dichten Bodendeckerpflanzen Platz. Inzwischen hat sich der Himmel bedrohlich zugezogen, dunkle Wolken ringsherum und entferntes Grollen lassen  uns ueberlegen, ob es Sinn macht, weiterzugehen.

Bodendecker wie diese stellen hier oben die dominierende Vegetation...
...und bilden witzige Bluetenstaende

auch andere Pflanzen....

...bluehen schoen


hier wird es steil und rutschig

Blick zurueck

warten die Geier auf uns?

Malte ist immer vorne
sollen wir den letzten Abschnitt wagen?





Wir entscheiden uns fuers Weitergehen, zumindest, solange es nicht schlimmer wird. Schliesslich stehen wir vielleicht 150 Meter unterhalb des Gipfels auf dem schmalen Grat, um uns herum wehen Nebelfetzen um die Klippen und es ist sehr kalt geworden. Dann setzt Regen ein. Olla und ich sind dafuer, schnell talwaerts zu gehen, denn die Gewitterfront ist bedrohlich nahe gekommen. Malte aergert sich, er moechte unbedingt auf den Gipfel. Olla und ich druecken uns an eine einigermassen Schutz bietende Steilwand, waehrend Malte die Beine in die Hand nimmt bei einem letzten, verzweifelten Versuch, den Gipfel vor dem Gewitter zu erreichen. Wir haben aber vereinbart, dass er sofort umkehrt, falls wir aufgrund des Wetters Sichtkontakt verlieren.

abwarten...

...und Tee trinken, bzw. Zigaretten rauchen

da oben steckt Malte

Wetter sieht nicht gut aus
In den Felsen sehen wir Malte untertauchen. Mit seiner Softshelljacke ist er fast unsichtbar. Hin und wieder sehen wir ihn als bewegten Punkt in den Felsen herumkraxeln. Dann dicker Nebel und weg ist er. Ein Blitz kracht irgendwo in wenigen hundert Metern Entfernung, der Wind hat zugenommen und die dicken schwarzen Wolken scheinen von allen Seiten auf uns zuzutreiben. Hoechste Zeit, zu verschwinden.

Das hat gluecklicherweise auch Malte erkannt. Wenig spaeter taucht er aus der Nebelsuppe auf und wir erkennen, dass er mit Vollgas auf uns zukommt. Kaum hat er uns erreicht, verkriechen wir uns etwas unterhalb unter ueberhaengenden Felsen, denn es faengt jetzt heftig an zu hageln und das Gewitter tobt sich direkt ueber unserem Rueckweg aus. Mistkacke!

Zeit fuer den Rueckweg

erstmal schnell anstossen

Schoenen Dank an Oma Erika!
Wir warten an der halbwegs vor Hagel und Blitzen geschuetzten Stelle ca. eine halbe Stunde, waehrend der Hagel liegenbleibt und die Umgebung in ein helles weiss taucht. Wir nutzen die Zeit und stossen auf die Halbzeit unserer Reise an, die auf den heutigen Tag faellt. In diesem Sinne haben wir heut doppeltes Bergfest. Malte hat zu diesem Zweck einen wunderbaren Schnaps in Quito erstanden. Als das Gewitter nachlaesst und nur noch vereinzelt in weiterer Entfernung Blitze niedergehen, machen wir uns auf die Socken, um hier runterzukommen. Inzwischen sind wir auch ziemlich am frieren, trotz Zwiebelkleidung.

Der Rueckweg geht deutlich schneller als der Hinweg. Klar, wir brauchen zum runterlaufen ja auch nicht soviel Luft. Auf halber Strecke zur Bergstation des Teleferico treffen wir ein Filmteam, das gerade sein Zeug aufbaut. Wir erfahren: Es handelt sich um ein Team des internationalen Senders "Deutsche Welle", das hier gerade einen Spot drehen moechte.

Rueckweg

gepuderter Gipfel

da hinten versteckt sich irgendwo die Seilbahnstation

etwas makabere Werbung in der Station
Wenig spaeter sind wir dann auch schon an der Bergstation und fahren mit der Gondel zurueck in die Waerme. Malte aergert sich wahnsinnig, dass er schon wieder bei einer Besteigung abbrechen musste. Nichtsdestotrotz: Schoen war's trotzdem. Wir hoffen auf besseres Wetter fuer Ecuador, schliesslich wollen wir noch zum Cotopaxi.

Kommentare:

  1. Оля привет!И привет всем твоим друзьям!Это Вова.Мы с вами встретились в Кито.Пили пиво!Вечером должны были приехать к вам в хостелл.,но не смогли!Оля я тебе на электронную почту написал письмо,проверь и ответь.Вова

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  2. Оля очень интересный ваш блог,но пока плохо понимаем,что написано по немецки!Выходи на связь через электронную почту.Вова.
    Я так и не понял вы дошли до вершины вулкана?????

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  3. Wie cool Olga mit diesem Regencape aussieht :D

    Sehr schöne Bilder!!

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